Automatische Bewässerung
Diese Seite beschreibt die Logik der automatischen Bewässerung am MIYO Cube (Cube-Serie). Die Entscheidung, ob und wie lange ein Bewässerungskreis bewässert, trifft der Cube lokal und regelmäßig für jeden Kreis.
Die vollständige Automatik-Logik ist für die LoRaWAN-Serie noch nicht freigeschaltet. LoRaWAN-Ventile steuerst du in der App manuell oder zeitgesteuert; Details zum aktuellen Stand siehe Abschnitt LoRaWAN.
Manuelle Bewässerung (App oder Magnet) folgt einer eigenen Logik und ist hier nur dort erwähnt, wo sie die Automatik beeinflusst.
Grundprinzip
Automatische Bewässerung läuft nur, wenn alle der folgenden Ebenen passen:
- Grundvoraussetzungen am Kreis und an den Geräten
- Zeitfenster (konfigurierte Bewässerungszeiten)
- Bedarf und Schutzbedingungen (Sensor, Wetter, Pausen, …)
Fehlt eine Bedingung, startet der Cube nicht – bzw. beendet eine laufende automatische Bewässerung wieder.
Ohne Sensor verhält sich der Kreis eher wie ein intelligenter Bewässerungscomputer (Zeitfenster, optional Evapotranspiration und Wetter). Mit Sensor (typischer MIYO-Betrieb) kommt die Bodenfeuchte und weitere Sensorwerte hinzu.
Was ein Bewässerungskreis ist
Ein Kreis bündelt:
- ein oder mehrere Ventile
- optional einen Bodenfeuchtesensor
- Einstellungen wie Automatik, Wintermodus, Zeitfenster, Feuchtegrenzen, Pausen und Dauern
Der Cube prüft die Kreise fortlaufend (u. a. nach Wetter-Updates und Geräteänderungen).
Ablauf der Entscheidung (Überblick)
Pro Kreis läuft die Prüfung grob so ab:
Geräte / System bereit?
→ Wintermodus aus?
→ Automatik eingeschaltet?
→ nicht durch Smart Home blockiert?
→ im konfigurierten Zeitfenster?
→ (mit Sensor) Boden trocken genug und Schutzbedingungen ok?
→ Pause seit dem letzten Zyklus eingehalten?
→ (mit Sensor) Öffnungsdauer des aktuellen Zyklus noch nicht abgelaufen?
→ kein absehbarer Regen / keine Sperre durch Wind, Mäher, …?
→ dann Bewässerung starten bzw. fortsetzen
1. System und Geräte
Automatik startet u. a. nicht, wenn:
- der Funkkanal gerade gewechselt wird
- der Cube im Pairing-/Teach-in-Betrieb ist
- der Kreis im Wintermodus ist
- das (einzige) Ventil nicht initialisiert, nicht erreichbar, mit zu wenig Akku/Ladung ist oder gerade ein Firmware-Update läuft
Bei mehreren Ventilen an einem Kreis kann ein betroffenes Ventil ausgesetzt werden, während die anderen weiterlaufen. Bei nur einem Ventil blockiert der Fehler den Kreis.
Läuft eine manuelle Bewässerung, greift die Automatik nicht parallel in denselben Kreis ein (die manuelle Session endet nach der eingestellten Dauer).
2. Automatik und externe Sperre
- Automatik aus: Es findet keine automatische Bewässerung statt. Ventile werden von der Automatik nicht geöffnet; der Boden kann trotzdem trocken sein (Hinweis in der App möglich).
- Smart-Home-Blockade (
extern block): Ein externes System (z. B. IFTTT/API) kann die Automatik sperren. Manuelles Eingreifen bleibt davon getrennt, die Automatik startet aber nicht.
3. Zeitfenster
Automatik läuft nur innerhalb der für den Kreis hinterlegten Bewässerungszeitfenster (pro Wochentag).
- Außerhalb des Fensters: keine Automatik, laufende automatische Bewässerung wird beendet.
- Innerhalb des Fensters: weitere Bedingungen entscheiden, ob wirklich geöffnet wird.
Die nächste geplante Start-/Endzeit des Fensters berechnet der Cube aus deinen Zeitplänen (auch über mehrere Tage hinweg).
4. Mit Sensor: Feuchtebedarf
Ist ein Sensor am Kreis, gilt der Boden erst als bewässerungsbedürftig, wenn die Feuchte den unteren Grenzwert (border bottom) unterschreitet – und das bestätigt wird:
- Erste Unterschreitung: „möglicherweise trocken“ (noch keine Freigabe)
- Weitere Messung unter der Grenze und etwas Wartezeit: trocken bestätigt → Automatik darf im Zeitfenster bewässern
Die Feuchte wird wieder freigegeben bzw. die Automatik gestoppt, wenn:
- die Feuchte den oberen Grenzwert (
border top) überschreitet, oder - die Feuchte zwischen den Grenzen wieder ansteigt ohne dass MIYO bewässert hat (z. B. Regen) – dann gilt der Boden nicht mehr als „zur Bewässerung freigegeben“
Solange MIYO selbst bewässert und die Feuchte zwischen den Grenzen liegt, kann die Bewässerung im Fenster fortgesetzt werden (Zyklen), bis die obere Grenze erreicht ist oder andere Stoppbedingungen greifen.
Ohne Sensor entfällt die Feuchteprüfung: Im Zeitfenster gilt der Bedarf grundsätzlich als gegeben (unter den übrigen Schutzregeln).
5. Dauer, Zyklen und Staffelung
Ohne Sensor (im Zeitfenster):
- Die Öffnungsdauer richtet sich am Zeitfenster (optional angepasst durch Evapotranspiration, wenn aktiviert).
Mit Sensor:
- Es werden Zyklen mit konfigurierter Bewässerungsdauer und Pause gefahren, solange der Boden trocken bleibt und das Zeitfenster gilt.
- Die Pause zwischen zwei Zyklen muss abgewartet werden – erst danach darf erneut geöffnet werden.
- Die Bewässerungsdauer begrenzt, wie lange das Ventil in einem Zyklus am Stück offen bleibt; ist sie erreicht, wird geschlossen (auch wenn das Zeitfenster noch läuft).
Staffelung (mehrere Ventile am Kreis):
Sind mehrere Ventile einem Kreis zugeordnet und die Staffelung aktiv, öffnen sie nacheinander, nicht gleichzeitig:
- Zuerst das erste (Haupt-)Ventil für die geplante Dauer
- danach das nächste Ventil für dieselbe geplante Dauer
- und so weiter, bis alle Ventile der Staffelung durch sind bzw. die Automatik endet
So bleibt der Wasserdruck stabil und die Zonen werden der Reihe nach versorgt. Fällt ein Ventil in der Kette aus (z. B. nicht erreichbar), können die übrigen – soweit möglich – weiterlaufen.
6. Evapotranspiration (optional)
Ist Evapotranspiration aktiviert, kann die geplante Dauer nach unten angepasst werden (z. B. bei kühlem/feuchtem Wetter weniger, bei hoher Verdunstung mehr – innerhalb von Grenzen). Das verkürzt oder streckt die geplante Öffnungszeit, ersetzt aber nicht Zeitfenster und Feuchtefreigabe.
7. Wetter, Umgebung und optionale Sperren
Zusätzliche Bedingungen hängen von Standort, Bewässerungsart, Sensor und Kreiseinstellungen in der App ab:
| Bedingung | Wann sie greift | Wirkung |
|---|---|---|
| Regenprognose (Regen in den nächsten ca. 15 Stunden) | Kreiseinstellung Wettervorhersage berücksichtigen ist aktiv (in der App am Kreis ein-/ausschaltbar) | keine Automatik |
| Regen (aktuelles Regen-Signal, z. B. extern) | Standort offen (überdacht / Gewächshaus: Regen-Signal wird nicht berücksichtigt) | keine Automatik |
| Wind zu stark (externes Wind-Signal) | v. a. Sprinkler / Versenkregner; bei anderen Bewässerungsarten nur, wenn der Standort kein Gewächshaus ist | keine Automatik |
| Mähroboter aktiv | Kreiseinstellung Mäher berücksichtigen ist aktiv | keine Automatik |
| Helligkeit zu hoch | Sensor am Kreis und Bewässerungsart Sprinkler / Versenkregner (Tropf u. Ä. ignorieren Helligkeit; Gewächshaus ebenfalls) | keine Automatik, solange es „zu hell“ ist |
| Temperatur zu niedrig (unter ca. 4 °C am Sensor) | Sensor am Kreis | keine Automatik |
| Akkuladung unzureichend | Kreiseinstellung Akkuladung berücksichtigen ist aktiv (in der App am Kreis ein-/ausschaltbar); betrifft v. a. Ventile mit schwacher Solarladung | betroffene Ventile werden nicht geöffnet bzw. Automatik am Kreis blockiert |
In der App (Kreiseinstellungen) kannst du insbesondere abschalten:
- Wettervorhersage berücksichtigen – dann stoppt die Regenprognose die Automatik nicht mehr
- Akkuladung berücksichtigen – dann blockiert unzureichende Solarladung die Automatik nicht mehr (Geräte können trotzdem aus anderen Gründen offline oder leer sein)
Standort und Bewässerungsart legst du am Kreis fest; sie steuern die fest verdrahteten Regeln zu Regen, Wind und Helligkeit (siehe Tabelle).
8. Sicherheit: Feuchte ändert sich nicht
Bei Sensorbetrieb prüft der Cube nach mehreren Zyklen, ob die Bodenfeuchte sinnvoll angestiegen ist. Bleibt sie praktisch unverändert, wird die Automatik blockiert – als Schutz, falls z. B. der Sensor nicht mehr im Boden steckt und sonst endlos bewässert würde.
Der erste Zyklus im Zeitfenster und die ersten Zyklen sind dabei großzügiger; die Sperre greift vor allem bei anhaltend wirkungslosen Wiederholungen.
Warum die Automatik oft „nicht läuft“
Häufige, nachvollziehbare Gründe:
- Automatik am Kreis ist aus
- Wintermodus ist aktiv
- Außerhalb der eingestellten Zeitfenster
- Boden ist noch nicht trocken genug bzw. Trockenheit noch nicht bestätigt (Feuchte über dem unteren Grenzwert)
- Boden ist nach Regen/Bewässerung wieder feucht genug (oberer Grenzwert / Feuchte freigegeben)
- Regenprognose (nächste ca. 15 h, wenn Wettervorhersage berücksichtigt wird) oder erkannter Regen (Standort offen)
- Pause zwischen Zyklen noch nicht vorbei
- Zu hell (Sprinkler) oder zu kalt
- Ventil oder Sensor offline, Akku/Ladung kritisch (wenn Akkuladung berücksichtigt wird) oder Gerät im Update
- Smart Home sperrt die Bewässerung
- Cube im Pairing oder Kanalwechsel
- Automatik gesperrt, weil die Feuchte trotz Zyklen nicht ansteigt (Sicherheit)
In der App helfen Status, nächstes Zeitfenster, Feuchtewerte, Benachrichtigungen (z. B. trocken aber Automatik aus, Smart-Home-Sperre) und die Kreiseinstellungen bei der Einordnung.
Kurz: mit und ohne Sensor
| Ohne Sensor | Mit Sensor (empfohlen) | |
|---|---|---|
| Wann im Fenster? | Ja, solange Schutzregeln ok | Nur wenn Boden als trocken freigegeben |
| Dauer | am Zeitfenster (optional Evapo) | Zyklen aus Dauer + Pause |
| Stopp | Fensterende, Wetter, Geräte, … | zusätzlich Feuchte oben, Sicherheit Feuchte |
Abgrenzung zur manuellen Bewässerung
Manuell (App/Magnet) kannst du unabhängig von Automatik und oft unabhängig von Feuchte und Zeitfenster bewässern (mit eigener Dauer und Geräte-Grenzen). Die Automatik ist die regelbasierte Steuerung im Hintergrund – sie soll Wasser sparen und nur bewässern, wenn Kreis, Zeit und (mit Sensor) der Boden es erlauben.
